Hörer*innen auf Spotify streamen im Schnitt drei- bis viermal mehr Musik pro Monat als Hörer*innen anderer Streamingdienste.
Das wissen wir aus Branchenanalysen von Drittanbietern: Spotify macht ca. 70 % der gesamten On-Demand Audiostreams aus (Luminate 2025, ohne China), obwohl nur ca. 40 % der weltweiten Streamingnutzer*innen Spotify verwenden (MIDiA, ohne China). Mit anderen Worten: Wenn 40 % der Hörer*innen von Streamingdiensten weltweit für 70 % aller Streams verantwortlich sind, und die übrigen 60 % nur für die restlichen 30 %, bedeutet das, dass Hörer*innen auf Spotify im Schnitt drei- bis viermal mehr Musik pro Monat streamen als Hörer*innen anderer Dienste.
Spotify verzeichnet die aktivsten Hörer*innen; ihr hohes Engagement gilt als Motor der Streaming-Branche. Heute hört ein*e durchschnittliche*r Hörer*in mit Abo auf Spotify jeden Monat mehr als 200 verschiedene Künstler*innen und fast die Hälfte davon entdeckt er*sie dabei zum ersten Mal. Das ist enorm wichtig für die Musikbranche. Dass Hörer*innen auf Spotify mehr Musik hören und mehr neue Musik entdecken, sorgt für höhere Auszahlungen an Künstler*innen, führt aber auch zu einem verbreiteten Missverständnis.
Vielleicht hast du schon Vergleiche von sogenannten Pro-Stream-Raten zwischen verschiedenen Diensten gesehen. Die Realität ist simpel: Kein Dienst zahlt einen festen Betrag pro Stream, denn Hörer*innen zahlen auch nicht pro Stream, sondern für den Zugang. Jede Rate wird erst im Nachhinein berechnet, indem die Gesamtauszahlungen durch die Gesamtzahl der Streams geteilt werden. Da Abos bei den meisten Diensten ähnlich viel kosten, hängt die sogenannte Pro-Stream-Rate vor allem davon ab, wie viel Fans tatsächlich hören. Wenn Hörer*innen drei- bis viermal mehr Musik pro Monat streamen, steigert das zwar die Lizenzzahlungen für Künstler*innen, lässt die Pro-Stream-Rate aber rechnerisch niedriger erscheinen.
Wenn ein Dienst mit einer hohen Pro-Stream-Rate wirbt, verdeutlicht er damit eigentlich nur, dass die durchschnittlichen Nutzer*innen dort weniger Musik hören. Ein Dienst, bei dem Fans nur gelegentlich hören, erzeugt weniger Streams, einen kleineren Lizenzzahlungspool und insgesamt geringere Einnahmen für Künstler*innen – egal, wie die Rate dargestellt wird. Ein Dienst hingegen, bei dem Fans täglich hören, neue Musik entdecken und langfristig aktiv bleiben, gewinnt mehr zahlende Abonnent*innen und vergrößert den Lizenzzahlungspool für alle.